Brandschutz von der Stadtgründung bis 1937Als 1855 mit dem Bau eines preußischen Hafens mitten in der oldenburgischen Marschlandschaft begonnen wurde, war Brandschutz an der Jade noch kein Thema. Auch nach der Stadtgründung und Namensgebung in "Wilhelmshaven" prägten maritime Aufgaben alle Entwicklungsphasen der jungen Stadt. Gleichwohl gründeten weitsichtige Bürger schon vor der Jahrhundertwende ortsteilbezogene freiwillige Feuerwehren. Freiwillige Feuerwehr Bant Ein Großbrand in der oldenburgischen Gemeinde Bant veranlasste den Gemeinderat 1895, Geld für eine Feuerspritze und Leiter zu bewilligen. Aber erst im September 1897 wurde eine freiwillige Feuerwehr gegründet. Eine öffentliche Sammlung 1931 erlaubte die Ausrüstung mit einer weiteren modernen Handdruckspritze, 1932 erwarb die Gemeinde eine Kleinmotorspritze. Im Jahr 1935 ein neues Feuerwehrhaus an der Oldeoogestrasse erbaut, In diesem Jahr erhielten die Banter auch ein Löschfahrzeug vom Typ KS 15 und eine mechanische Ganzstahldrehleiter mit einer Steighöhe von 27 Metern mit vorgebauter Pumpe. Freiwillige Feuerwehr Heppens Im Ortsteil Heppens kam man 1900 auf den Gedanken, eine freiwillige Feuerwehr zu gründen. Zunächst stand nur eine alte Handdruckspritze zur Verfügung. Zum Jubiläum 1925 war die Heppenser Feuerwehr mit Gerät und Fahrzeugen gut ausgerüstet. Im Zuge der Neuorganisation der Rüstringer Feuerwehr im Jahr 1930 aufgelöst, wurden die Männer mit ihrem Gerät der Freiwilligen Feuerwehr Rüstringen angegliedert. Freiwillige Feuerwehr Neuende Mit zunehmender Besiedlung einsetzte, wuchs auch das Bedürfnis, mehr für die Sicherheit gegen Feuergefahr zu tun. Die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Neuende wurde am 5. Oktober 1904 vollzogen. Anfangs verfügte die Wehr nur über einen Schlauchkarren, aber bald wurden eine der damals üblichen Handdruckspritzen und eine fahrbare Leiter angeschafft. Die Freiwillige Feuerwehr Neuende wurde ebenfalls im Rahmen der Neuordnung 1930 aufgelöst. Freiwillige Feuerwehr Neuengroden In Neuengroden wurde erst 1919 eine freiwillige Feuerwehr gegründet. Anfangs waren neben einer Baupumpe, einem Standrohr und einer fahrbaren Schlauchhaspel mit mehreren Schläuchen keine weiteren Geräte vorhanden, zwei Jahre nach der Gründung konnte eine Schiebeleiter und eine Handdruckspritze beschafft werden. Ein aus eigenen Mitteln gekaufter gebrauchter Kraftwagen wurde 1927 zum Mannschafts- und Gerätewagen umgebaut. Am Triftweg wurde 1928 für die vorhandenen Geräte ein Feuerwehrhaus erbaut, 1930 kamen eine Kleinmotorspritze, eine fahrbare 22-Meter Schiebeleiter und 1932 eine moderne 1.500-Liter Motorspritze hinzu. Freiwillige Feuerwehr Rüstringen Am 10.Juli 1926 wurde für die Freiwilligen Feuerwehren Bant, Heppens, Neuende und Neuengroden ein Bezirksverband gegründet. Die Stadt Rüstringen übernahm 1927 die Geräte und Ausrüstungsgegenstände aller im Bezirksverband zusammengeschlossenen Feuerwehren. Durch diesen Zusammenschluss erhöhte sich die Schlagkraft der Wehr Rüstringen erheblich. Ergänzend verblieben nur noch die Freiwilligen Feuerwehren Bant als Rüstringen I und Neuengroden als Rüstringen II. Bereits 1930 kaufte die Stadt Rüstringen eine neue Motorspritze mit einer Leistung von 600 l/min und stellte der Wehr gleichzeitig einen umgebauten Mannschaftswagen zur Verfügung. Der Oberamtmann Bohländer wurde 1931 Leiter der Verbandsfeuerwehr Rüstringen, er behielt sein Amt bis zur Vereinigung der Städte Wilhelmshaven und Rüstringen. Im Jahr 1935 beschaffte die Stadt Rüstringen ein Löschgruppenfahrzeug Typ KS 15 und eine mechanische Ganzstahldrehleiter mit einer Steighöhe von 24 Metern. Freiwillige Feuerwehr Wilhelmshaven In der jungen Gemeinde erfolgte die Gründung einer freiwilligen Feuerwehr im Februar 1880. Das Kommando wechselte in den ersten Jahren häufiger, erst mit Stadtsekretär Thörner als Hauptmann an der Spritze änderte sich Vieles. Es gelang ihm schon bald, eine moderne mechanische Ausziehleiter zu beschaffen. Allerdings dauerte es bis 1931, ehe der Magistrat eine neue Kraftspritze anschaffte. 1935 wurden der Freiwilligen Feuerwehr ein Löschgruppenfahrzeug (1500 l/min), eine Drehleiter (Steighöhe 26m) und ein Rüstwagen beschafft. WerftfeuerwehrFrühzeitig hatte die Kaiserliche Werft für ihren Brandschutz eine nebenberufliche Werftfeuerwehr eingesetzt. 1896 wurde ein Tag und Nacht besetzter Feuerlöschbetrieb gegründet. Die Spritzen mussten damals von Hand gezogen werden, aber schon 1896 wurde eine pferdegezogene Gasspritze beschafft. Stetig wurde die Ausrüstung der Feuerwehr dem jeweiligen Stand der Technik angepasst, aus diesen Anfängen hat sich die Werftfeuerwehr zum modernen Feuerlöschbetrieb mit hauptamtlichen Kräften entwickelt und war bis 1946 so organisiert wie die modernen Feuerwehren der Großstädte.Die Einsatzfelder der Werftfeuerwehr waren neben den Werft- und Hafenanlagen die im Stadtgebiet liegenden fiskalischen Gebäude und Liegenschaften. Bis 1939 rückte die Werftfeuerwehr auch zu Bränden im Stadtgebiet Wilhelmshavens aus. Diese Leistungen wurden der Werftleitung von der Stadt pauschal vergütet. Nach dem Krieg, nachdem die Werftanlagen demontiert waren, wurde die Werftfeuerwehr aufgelöst. Heute übernimmt die Arsenal-Feuerwehr die Aufgaben des Brandschutzes auf dem Gelände der Bundesmarine und deren Werftanlagen. Berufsfeuerwehr im Einsatz 1937 - 1945